Rechtsanwalt Rudolf von Laun LLM MSc FCIArb
Fachanwalt für Steuerrecht




Kapitalanlagen


Der Graue Kapitalmarkt kennt viele schwarze Schafe. Seit vielen Jahren berate ich geschlossene Immobilienfonds und Kapitalanleger, die auf den grauen Kapitalmarkt geraten sind. Zu den Gegnern meiner Mandanten zählen die Dresdner Bank, die Ostseesparkasse Rostock, die Hypo-Vereinsbank, MacDonald Resorts Ltd. und eine Reihe von Sparkassen und Raiffeisenbanken. Die Opferberatung betrifft geschlossene Immobilienfonds, Immobilienkauf, Gesellschaftsbeteiligungen, Prospekthaftung, Versicherungen, Ferienwohnrechte und die Haftung von Anlagevermittlern und Anlageberatern. Besonders gefährlich sind diese Anlagen, wenn sie als vollfinanzierte Anlagen unter dem Gesichtspunkt des Steuersparens vertrieben wurden. Hier bestehen zwei Risiken: erstens erfüllen sich die wirtschaftlichen Erwartungen nicht, was regelmäßig an unrealistischen Prognosen, schlechter Lage und mangelnder Qualität liegt. Zweitens erfolgt die steuerliche Veranlagung in der Anfangsphase regelmäßig unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Erfüllen sich die Erwartungen nicht, so können die Steuervorteile nachträglich wegfallen. Der Anleger muß dann die "gesparte" Steuer nachzahlen und hat auch noch das Problem, die Finanzierung zu bedienen. Als Fachanwalt für Steuerrecht schalte ich mich in laufende Verfahren ein und überprüfe, ob die Projektgesellschaft das Verfahren ordnungsgemäß durchführt.

Anlagen des grauen Kapitalmarkts werden oft im Strukturvertrieb vertrieben. Die Vermögenslage der meisten Vermittler macht es oft wirtschaftlich sinnlos, Schadenersatz zu verlangen. Ich berate über Optionen und Ausstiegsszenarien, auch über die Frage, ob ausnahmsweise die finanzierende Bank haftet. Die Möglichkeit der Bankenhaftung wird von vielen Rechtsberatern zu optimistisch dargestellt, man sollte auf die Auskunft eines Anwalt, man könne dies durchaus versuchen, eine schriftliche Stellungnahme zu den Erfolgsaussichten und Risiken verlangen. Eine solche gutachtliche Stellungnahme ist nicht gratis. Rechtsschutzversicherte können eine solche Beratung allerdings häufig über ihre Rechtsschutzversicherung abrechnen.

Nicht wirklich Kapitalanlagen sind Teilzeitwohnrechte, obwohl sie auch mit dem Argument vertrieben werden, das nicht selbst genutzte Wohnrecht könne verwertet werden. Diese Hoffnung erweist sich zumeist als Illusion. Der Markt für Teilzeitwohnrechte (Timesharing) ist dennoch groß, besonders häufig findet man solche Anlagen in Spanien und auf Zypern, wo sie wochenweise verkauft wurden. Anlagen mit 200 Einheiten haben daher etwa 10.000 "Eigentümer". Für die Initiatoren, die oft in Großbritannien oder auf den Kanalinseln anzutreffen sind, ist das ein gutes Geschäft, verdienen sie doch sowohl beim Verkauf als auch bei der jährlichen "Verwaltungsgebühr" (Maintenance Fee). Diese steigen jährlich und zusammen mit den Reise- und Verpflegungskosten muß man jährlich Beträge aufwenden, mit denen man einen einwöchigen Pauschalurlaub problemlos bezahlen kann. Die Beratung in solchen Fällen ist schwierig, weil sei in der Regel die Einarbeitung in drei Rechtsordnungen erfordert. Meine Erfahrung beschränkt sich auf Objekte in Spanien mit mit britischen Initiatoren. Aufgrund der gewandelten Rechtslage bestehen insbeondere bei Verträgen nach angelsächsischen Recht (England, Schottland, Kanalinseln) für Anlagen in Spanien durchaus Chancen, aus dem Modell auszusteigen. Es ist allerdings nur ein seltenen Ausnahmefällen möglich, den Kaufpreis zurückzuerhalten.